20. Aug '22 Wilster: Jahreshauptversammlung des Heimatbundes

Delegierte von Tru un Fast: Hans-Gustav Stade, Walter Rönnfeldt und Felina Kaminski


Nach einem Vortrag über die Arbeit des Dachverbandes wurde gemeinsam zu Mittag gegessen und es folgte eine Führung durch Wilster. Als das geplante Programm durch war, ging es auf die Jagd nach Kuchen - Walter war besonders erfolgreich.

Nun folgt eine Zusammenfassung des Tages in Bildern und Wissenswertes aus der Führung.


Im Colosseum Wilster fand die Hauptversammlung statt.


Ein Tanz vom Trachtenverein


Plattdeutsche Bücher für Kinder und Jahresbücher, sowie Flyer anderer Vereine standen zur Ansicht bereit.


Herr Michaelsen wohnte im Trichter. Das Colosseum von 1714 war der Lustpalast der Stadt mit Platz für 800 Personen.

In Wilster liegt der tiefste Punkt der BRD. Früher lag an der Feldsteinkirche der Friedhof, außen um die Kirche herum. Dann wurde eine Hallenkirche gebaut, Männer und Frauen saßen damals zu unterschiedlichen Seiten der Kirche. Um zu zeigen, dass die Stadt Geld hat, baute man eine Kirche mit 5.000 Sitzplätzen, obwohl die Stadt nicht mal so viele Einwohner hatte.

Der Bauer des Michel designte die Kirche. Man sollte von jedem Sitzplatz aus die Kanzel sehen können. Er wollte eine helle Kirche schaffen, nutzte die Leuchter der alten Kirche wieder und erhielt den alten Kirchturm. 1944 fielen Bomben auf Wilster und zerstörten zum großen Teil die Kirche. Nach dem Aufbau hat sie nur noch 2.000 Sitzplätze. Die Dänenloge (C7) wurde für einen König gebaut, der die Kirche vermutlich nie besucht hat. Sie wurde später genutzt von Michaelsen und Familie Doos. Die Kirchenglocke sollte für den Krieg eingeschmolzen werden, doch dazu kam es zum Glück nie. Zu Kriegsende wurde sie am Hamburger Hafen wiedergefunden und an Wilster zurückgegeben.


Op de Göten - Die Straße zum alten Rathaus. Das vorherige Gebäude fiel nach 50 Jahren in sich zusammen, dieses ist 1585 erbaut.

1250 kamen die Holländer in diese Gegend und zogen Deiche. Wilster hatte dann einen großen Hafen und 26 Handelsschiffe (bis zum 30 jährigen Krieg).

Man musste damals im Sitzen schlafen. Im Rathaus befand sich der Markt und es durfte nur Bier ausgeschenkt werden, welches in Wilster gebraut wurde. Nur einmal im Jahr wurde Bier aus Hamburg getrunken. Die Bürgergilde von 1380 wurde damals zu Verteidigungszwecken gegründet (heute Sportverein). Oben befand sich der Raum für die gut betuchten Bürger von Wilster, heute lagern dort etwa 2.000 historische Bücher von Familie Doos. Ein Archivar und Studenten arbeiten mit diesen Büchern.



Bild im Rathaus ein Geschenk von dänischem Herrscher. Witz: Man erzählt sich es sei der Bürgermeister, der in Kiel um Geld bittet....









Das neue Rathaus wurde 1757 erbaut. Familie Doos galten als Bankiers der Wilster Marsch. Herr Doos heiratete die Nichte von Michaelsen (sie war 9 und er 29 als sie sich versprochen wurden), Michaelsen baute dann das Rathaus für sie beide als Wohnhaus. Drei Kinder bekamen die beiden, zwei starben bereits vor erreichen des ersten Lebensjahres, der Sohn starb mit 15 auch sehr früh. Die Frau vermachte das Haus schließlich der Stadt mit der Auflage, der Bürgermeister solle dort einziehen. Heute hat Wilster eine gemeinsame Verwaltungsgemeinschaft mit Amt Wilstermarsch, 14 Gemeinden gehören dazu. Inzwischen ist die Stadtbücherei im Gebäude beheimatet. Oben sind prunkvolle Räume, wo Trauungen stattfinden.


Die Stadt Wilster spielt das Abholen der Frau Doos (Doosches Spiel) regelmäßig nach, mit Pferdekutsche und Trachten. Dazu gibt es Frühstück, Fahnen werden geschwungen, Plattdeutscher Gottesdienst findet statt... ein echtes Spektakel.


http://www.buergerschuetzengildewilster.de/Das-Gildejahr/Spiel-um-Frau-Doos/


Doos'sches Spiel Ende Mai 2022

https://www.shz.de/lokales/wilster/artikel/wilster-festlicher-hoehepunkt-mit-doosschen-spiel-42049276




Das heutige Naturkundemuseum diente damals als Lagerhaus für die Getreideernten der Umgebung. Kaum vorstellbar bei der Größe... Jetzt finden sich dort ausgestopfte Tiere der umgebenden Landschaft und viele Informationen zur Natur.


Zur Belohnung für den Tag gibt es leckeren Kuchen und Eis























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